Frauen in der Computergraphik

Wie sieht die Ausbildung im Bereich Computergraphik aus? Muss ich mich bereits am Anfang meines Studiums auf Computergraphik spezialisieren, um später erfolgreich in diesem Gebiet zu sein? Wie wird man eigentlich Wissenschaftlerin? Welche beruflichen Möglichkeiten habe ich, wenn ich mich für das Thema Computer Graphik entscheide?

Die hier vorgestellten Lebensläufe, sind Beispiele für unterschiedliche Zugänge zur Computergraphik und den Berufsbildern in verschiedene Stadien einer (wissenschaftlichen) Karriere.

Frauenkarrieren

Studentinnen

Katja Bühler - Leiterin der Medizinischen Visualisierung am VRVis

Auch ein kurvenreicher Weg führt zum Ziel!

Katja Bühler ist Initiatorin und Leiterin des FemInVis Projektes am VRVis. Sie studierte Diplom-Mathematik mit Nebenfach Informatik an der Universität Karlsruhe und spezialisierte sich während des Hauptstudiums auf Numerik und Geometrie - beides Grundlage für viele Bereiche der Computergraphik. Ihre Diplomarbeit schrieb sie in einem Grenzbereich zwischen Mathematik und Informatik, dem Geometrischen Modellieren (Computer Aided Geometric Design). Fast während der gesamten Studienzeit arbeitet sie als wissenschaftliche Hilfskraft an verschieden Instituten und kam so bereits früh mit wissenschaftlicher Projektarbeit in Berührung und konnte erste Erfahrungen in diesem Bereich sammeln.
Nach dem Studium bekam sie ein Forschungsstipendium des Deutschen Akademischen Austauschdienstes (DAAD) und verbrachte ein Jahr als Assistentin am Centro de Computacion Grafica y Geometria Applicada der Universidad Central de Venezuela in Caracas. 1998 trat Katja Bühler eine Stelle als Universitätsassistentin am Institut für Computergraphik und Algorithmen der TU Wien an und promovierte schließlich 2001.
Im darauf folgenden Jahr wechselte sie sowohl Arbeitgeber als auch Thema: Sie wurde zunächst Senior Researcherin im Bereich medizinische Visualisierung des VRVis und übernahm schließlich im Juni 2003 die Leitung der Forschungsgruppe.
2004 wurde sie von der ACM Siggraph gemeinsam mit vier weiteren Wissenschaftlerinnen ausgewählt, ihre Karriere als Beispiel für einen Werdegang für Frauen in der Wissenschaft im Rahmen der "ACM Siggraph Women in CG Tour" an sechs Universitäten in Südafrika zu präsentieren. Ziel der Tour war es Schülerinnen und Studentinnen vermehrt zu einem Studium der Informatik und der Computergraphik zu bewegen.

Barbara Gruber, Senior Researcherin im Bereich Virtual Habitat am VRVis

Barbara Gruber-Geymayer ist Senior Researcher am VRVis in Graz. Sie studierte Technische Mathematik an der Technischen Universität Graz und spezialisierte sich auf Bildverarbeitung und Computer Graphik. Die Diplomarbeit über "Datenstrukturen und Algorithmen in der Digitalen Bildverarbeitung" führte sie am Institut für Digitale Bildverarbeitung und Computer Graphik der Forschungsgesellschaft Joanneum durch. An diesem Institut führte sie im weiteren zahlreiche Forschungsaufträge im Bereich Computer Graphik - komplexe Graphik Editoren oder User Interface Design Tools - und im Bereich Visualisierung - Architektur, Strömungen in Motoren oder Grundwassersimulationen - durch. Sie promovierte mit "HIT - A Tool for Complex User Interfaces".
Nach einigen abwechslungsreichen beruflichen Jahren als Leiterin einer Arbeitgruppe folgte eine 4-jährige Karenz mit zwei lebhaften kleinen Kindern. Die Rückkehr in die Welt der Pixel erfolgte in der Firma Vexcel Imaging in Graz. Für einen hochauflösenden Scanner wurde Software im Bereich Bildverarbeitung entwickelt und optimiert. Eine neues Produkt der Firma Vexcel Imaging - eine 90 MegaPixel Kamera für photogrammetrische Anwendungen - führte zu einem Forschungs- und Entwicklungsauftrag an der Technischen Universität Graz. Panchromatische Bilder von mehreren Sensoren wurden zu einem großen Bild zusammengefügt und mittels eines Farbbildes in geringerer Auflösung koloriert.
Im laufenden Projekt am VRVis wird nun Software entwickelt, um für diese Luftbilder eine Klassifizierung durchzuführen. Diese sogenannte Land Use Classification versucht in überlappenden Bildern von streifenweisen Überfliegungen Gebäude, Straßen, Wälder, Wiesen, Wasser, etc. zu klassifizieren und mit Höhenmodellen zu kombinieren.

Johanna Beyer, Junior Researcherin im Bereich Medizinische Visualisierung am VRVis

Johanna Beyer ist Junior Researcherin am VRVis. Sie absolvierte den Studiengang Software Engineering für Medizin an der Fachhochschule Hagenberg in Oberösterreich. Während des Praxissemesters ging sie nach Exeter, England zur Firma Simpleware, die sich vor allem auf Finite Element Modelle und medizinische Bildverarbeitung konzentriert. Ihre Diplomarbeit "Design and Implementation of a Software Framework for Orthopaedic Surgical Planning" schrieb sie ebenfalls bei Simpleware.
Nach dem Abschluss der Fachhochschule beschloss sie zu promovieren und machte ein Praktikum zur Segmentierung von Mikroverkalkungen in Mammographien am VRVis. Von Oktober 2004 bis Juni 2005 war sie geringfügig am VRVis angestellt. Währenddessen holte sie an der TU Wien jene 44 Wochenstunden an LVAs nach, die ihr für das Doktorratsstudium nach einem Fh-Abschluss fehlten.

Christiane Ulbricht, Research Assistant am Institut für Computergraphik und Algorithmen an der TU Wien

Christiane Ulbricht studierte Informatik an der Technischen Universität Wien und arbeitet nun als Assistentin am Institut für Computergraphik und Algorithmen. Schon während ihres Studiums war sie fasziniert von den Möglichkeiten, die die Computergraphik und verwandte Themenbereiche bieten. Ihre Diplomarbeit mit dem Titel Tangible Augmented Reality for Computer Games beschäftigt sich mit einem neuartigen User Interface zur Interaktion mit virtuellen Welten. Um auch andere Aspekte der Computergraphik kennenzulernen, entschied sie sich nach Abschluß ihres Studiums, das Themengebiet zu wechseln. Sie begann ihre Tätigkeit als Assistentin am Institut für Computergraphik und Algorithmen im Bereich der photorealistischen Computergraphik. Derzeit arbeitet sie an ihrer Dissertation, die sich mit der Verifikation eines physikalisch basierten Rendering-Systems beschäftigt. Sie sucht also nach Möglichkeiten, wie man möglichst effizient nachweisen kann, daß die Ergebnisse eines photorealistischen Renderers den Werten entsprechen, die das Licht durch Reflexion in einer realen Szene generieren würde.

Laura Fritz, Computer Science Student an der TU Wien

Laura Fritz studiert Medieninformatik mit Schwerpunkt "Computergraphik und Bildverarbeitung" an der TU Wien. Sie absolvierte ihr Praktikum für die Bakkalaureatsarbeit im Bereich der Medizinischen Segmentierung am VRVis. Die Ergebnisse wird sie im April 2006 auf der Studentenkonferenz CESCG präsentieren.

Andrea Kratz, Computer Science Student an der Universität Koblenz-Landau

Andrea Kratz studiert Computervisualistik an der Universität Koblenz-Landau. Sie hat ihre Studienarbeit am VRVis geschrieben und arbeitet seit Dezember 2005 an ihrer Diplomarbeit im Bereich der medizinischen Visualisierung.

Last Update: 2007, April 19